DEUTSCHE OSTEOPATHIE-STIFTUNG

Pressemitteilungen

17.04.2026

Nachwuchswissenschaftspreis 2026: Innovative Forschung zeigt Potenziale der Osteopathie



Zum dritten Mal hat die Deutsche Osteopathie-Stiftung (DOS) am Freitag in Wiesbaden ihren Nachwuchswissenschaftspreis verliehen. Im Mittelpunkt standen herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die eindrucksvoll zeigen, welches Potenzial in der osteopathischen Forschung steckt – von chronischen Erkrankungen über Frauengesundheit bis hin zur Versorgung von Frühgeborenen und Leistungsfähigkeit im Sport.

Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Praxis folgten der Einladung in die Räumlichkeiten der Stiftung. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Stiftungsvorstand mit Prof. Marina Fuhrmann, Heike Henkel und Prof. Dr. Holger Cramer, die die Bedeutung evidenzbasierter Forschung für die Weiterentwicklung der Osteopathie betonten.

Impuls aus der Universitätsmedizin: Osteopathie bei Endometriose
 
Ein besonderes Highlight war der Impulsvortrag von Prof. Dr. med. Sylvia Mechsner von der Charité Berlin. Die ausgewiesene Expertin für Endometrioseforschung beleuchtete die Bedeutung osteopathischer Behandlungen im Verlauf dieser chronischen Erkrankung. Ihr Vortrag unterstrich, wie wichtig interdisziplinäre Ansätze sind, um Patientinnen mit Endometriose ganzheitlich zu versorgen – ein Thema, das sich auch in den ausgezeichneten Forschungsarbeiten widerspiegelte.
 
Ausgezeichnete Forschung mit Relevanz für die Praxis

Bachelorarbeit: Unterstützung bei Hashimoto-Thyreoiditis
Mit dem Preis in der Kategorie Bachelor wurde Pauline Lange ausgezeichnet, die gesundheitsbedingt nicht persönlich anwesend sein konnte. Ihre Studie untersuchte den Einfluss osteopathischer Behandlungen auf Patientinnen und Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis, die trotz Hormonersatztherapie weiterhin unter Beschwerden leiden.
Die Ergebnisse zeigen: Bereits drei individuell angepasste Behandlungen führten zu signifikanten Verbesserungen zentraler Symptome wie Müdigkeit, depressive Verstimmung oder Verdauungsprobleme sowie zu einer gesteigerten Lebensqualität. Auch Einschränkungen im Arbeits- und Freizeitbereich konnten reduziert werden. Die Arbeit liefert damit wichtige Hinweise auf das ergänzende Potenzial osteopathischer Therapieansätze.
 
Masterarbeiten: Frauengesundheit und Neonatologie im Fokus
Gleich zwei Arbeiten wurden in der Kategorie Master ausgezeichnet:
Almut Boltz untersuchte in einer randomisierten kontrollierten Studie die Wirkung osteopathischer Behandlungen bei Frauen mit endometrioseassoziierten Schmerzen. Das Ergebnis: Die Interventionsgruppe berichtete deutlich stärkere Verbesserungen bei typischen Beschwerden wie Dysmenorrhoe, Dyschezie und Dysurie. Zudem benötigten signifikant weniger Teilnehmerinnen Schmerzmittel während der Menstruation.
 
Christiane Topf widmete sich einem besonders sensiblen Bereich der Medizin: der Versorgung von Frühgeborenen. In ihrer kontrollierten Studie zeigte sich, dass osteopathisch behandelte Frühchen signifikant früher in der Lage waren, eigenständig ausreichend zu trinken – ein entscheidendes Kriterium für die Entlassung aus dem Krankenhaus. Gleichzeitig verkürzte sich die Aufenthaltsdauer. Die Ergebnisse deuten auf einen hohen potenziellen Nutzen osteopathischer Behandlungen in der Neonatologie hin.
 
Promotion: Leistungssteigerung durch Osteopathie
Den Promotionspreis erhielt Dr. Artur Müller für seine umfassende Studie mit 200 gesunden Probandinnen und Probanden. Seine Arbeit liefert neue Erkenntnisse zur Wirkung osteopathischer Behandlungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem eine verbesserte metabolische Effizienz, gesteigerte Sauerstoffaufnahme sowie signifikante Zuwächse bei Kraft und Beweglichkeit. Besonders bemerkenswert: Die behandelten Teilnehmenden wiesen unter Belastung geringere Laktatwerte auf – ein Hinweis auf eine effizientere Energiebereitstellung. Die Studie eröffnet damit neue Perspektiven für den Einsatz osteopathischer Verfahren im Sport und in der Prävention.
 
Plattform für Forschung und Austausch
 
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie groß das Interesse an wissenschaftlicher Fundierung innerhalb der Osteopathie ist. Die Deutsche Osteopathie-Stiftung versteht sich dabei als Plattform für interdisziplinären Austausch und als Förderer junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig und relevant osteopathische Forschung heute ist. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der Osteopathie“, betonte der Vorstand abschließend.
 
Beim anschließenden Ausklang nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.
 
Hintergrund:
Die 2023 gegründete Deutsche Osteopathie Stiftung fördert Forschungsprojekte und Studien, ist Plattform für den interdisziplinären, wissenschaftlichen Diskurs sein sowie als Netzwerker zwischen konventioneller und integrativer Medizin aktiv werden. Der Stiftungsvorstand besteht aus der Osteopathin, Dozentin und Vorsitzenden des Verbandes der Osteopathen Deutschland, Prof. Marina Fuhrmann, der mehrfachen Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Hochsprung, Heike Henkel, sowie Prof. Dr. Holger Cramer, Professor für die Erforschung komplementärmedizinischer Verfahren der Universität Tübingen.
 
Gut zu wissen:
Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin, in der Diagnostik und Behandlung mit den Händen erfolgen. Osteopathie geht dabei den Ursachen von Beschwerden auf den Grund und behandelt den Menschen in seiner Gesamtheit. Osteopathie ist bei vielen Krankheiten sinnvoll und behandelt vorbeugend. Da es für osteopathische Forschung bislang keine staatlichen Forschungsmittel gibt, fördert die privat und durch Spenden finanzierte Deutsche Osteopathie-Stiftung Forschungs- und Wissenschaftsprojekte zur Osteopathie.




       



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